Hortensien: So gelingt der Start in die Gartensaison mit kräftigen Pflanzen und üppiger Blüte
Wer im März noch nicht an seine Hortensien gedacht hat, verpasst die entscheidende Phase für die kommende Saison. Die beliebten Ziersträucher, die mit ihrer üppigen Blütenfülle Gartenbesitzer Jahr für Jahr begeistern, brauchen jetzt die richtige Grundlage – und die legt man am besten im Frühjahr, wenn der Boden frostfrei ist.
Ob im Beet oder im Kübel, die Vorbereitungen sind ähnlich, aber mit feinen Unterschieden, die über Erfolg oder Enttäuschung im Sommer entscheiden können. Der Standort sollte halbschattig sein, mit Morgen- oder Abendsonne, denn pralle Mittagssonne stresst die Pflanzen nur unnötig und treibt den Wasserbedarf in die Höhe.
Noch wichtiger ist der Boden, der humos, nährstoffreich und möglichst leicht sauer sein sollte – also unter einem pH-Wert von 7. Viele Hortensienarten sind Moorbeetpflanzen, die sich in saurem Substrat besonders wohlfühlen, wie Maik Baumbach vom IVA (Industrieverband Agrar) erklärt. Wer unsicher ist, kann mit einem handelsüblichen Bodentest aus dem Gartencenter den pH-Wert seines Gartenbodens überprüfen und bei Bedarf mit spezieller Hortensienerde nachhelfen.
Interessant wird es bei der Blütenfarbe, die stark vom Säuregehalt des Bodens abhängt. Blaue Hortensien brauchen für ihre intensive Färbung einen Boden mit einem pH-Wert unter 4,5, während bei Werten um 6,5 eher Rosa- oder Rottöne dominieren. Beim Pflanzen selbst sollte das Loch etwa doppelt so groß wie der Wurzelballen sein, der vor dem Einsetzen gründlich gewässert wird. Nach dem Einpflanzen kräftig angießen und eine Mulchschicht auftragen, die die Bodenfeuchtigkeit hält – das ist die Grundierung für gesundes Wachstum.
Für Kübelhortensien gilt ähnliches, nur dass hier ein ausreichend großes Gefäß mit Abflussloch und einer Drainageschicht aus Blähton oder Kies noch wichtiger ist, um Staunässe zu vermeiden. Der Standort sollte halbschattig und windgeschützt sein, wohlgemerkt.
Bei bereits vorhandenen Hortensien steht jetzt der Rückschnitt an, sobald keine starken Fröste mehr zu erwarten sind. Entscheidend ist dabei das Blühverhalten der jeweiligen Art. Bauernhortensien, Tellerhortensien, Eichenblatt- und Kletterhortensien blühen am alten Holz – bei ihnen reicht ein Erhaltungsschnitt, bei dem die trockenen Blütenstände knapp oberhalb des ersten intakten Knospenpaares entfernt werden. Radikales Schneiden würde die bereits angelegten Blütenknospen opfern und die Blüte für dieses Jahr verhindern.
Rispenhortensien oder Schneeballhortensien dagegen blühen am neuen Holz und vertragen einen kräftigen Grundschnitt, der die Triebe auf wenige Knospenpaare einkürzt – das fördert starken Neuaustrieb und große Blütenstände.
Der Frühjahrsschnitt bietet übrigens eine gute Gelegenheit zur Vermehrung. Aus gesunden, jungen Triebspitzen lassen sich Stecklinge gewinnen, also bewurzelungsfähige Pflanzenteile, etwa 10 bis 15 Zentimeter lang und noch nicht vollständig verholzt. Die unteren Blätter entfernen, die oberen leicht kürzen, in lockere Anzuchterde stecken und gleichmäßig feucht halten – an einem hellen, aber nicht sonnigen Standort bilden sich meist innerhalb weniger Wochen erste Wurzeln. Nach vier bis acht Wochen können die jungen Pflanzen dann in Hortensienerde umgetopft werden.
Angesichts zunehmender Extremwetterlagen mit Starkregen und kräftigen Windböen empfiehlt der IVA, bei Sorten mit großen, schweren Blütenständen rechtzeitig Staudenhalter oder Pflanzenstützen einzusetzen. Eine einfache Lösung ist ein Wildzaun mit mindestens 6 x 6 Zentimeter großen Maschen, der im Frühjahr vor dem Austrieb bogenförmig über die Pflanzen platziert wird. In Regionen mit starkem Wildverbiss schützen Drahtkörbe oder niedrige Zäune junge Pflanzen, bis die Triebe ausreichend verholzt sind.
Hortensien reagieren empfindlich auf Trockenheit – hängende Blätter sind ein deutliches Signal für Wassermangel. Besonders in Kübeln sollten sie an warmen Tagen morgens gegossen werden, unter Umständen mehrmals täglich. Der IVA rät zu kalkarmem Wasser, am besten Regenwasser, das nicht nur nachhaltig ist, sondern auch die Farbintensität der Blüten unterstützt.
Mit Beginn des Austriebs steigt der Nährstoffbedarf deutlich. Im Beet sorgt eine erste Gabe Langzeitdünger im Frühjahr für kräftige Triebe und reiche Knospenbildung, spezielle Hortensien- oder Rhododendron-Dünger halten den pH-Wert im optimalen Bereich. Bei Kübelpflanzen ist regelmäßige Nährstoffzufuhr mit Flüssigdünger wichtig, da das begrenzte Erdvolumen schnell ausgelaugt ist. Gelbliche Blätter mit grünen Blattadern können auf Eisenmangel hindeuten – oft ein Zeichen für einen zu hohen pH-Wert, der sich mit passender Düngung korrigieren lässt.
Wer unsicher ist, welche Hortensienart im eigenen Garten wächst oder wie stark geschnitten werden darf, sollte sich im Gartencenter oder Fachhandel beraten lassen. Eine kurze fachliche Einordnung verhindert typische Schnittfehler und sichert die Blüte im Sommer – und das ist der Punkt, an dem sich im Herbst zeigt, ob die Frühjahrsarbeit Früchte getragen hat.
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