FSME breitet sich weiter aus – RKI meldet zwei neue Risikogebiete
Die Gefahr durch Zeckenstiche nimmt in Deutschland weiter zu. Das Robert Koch-Institut hat zwei neue Risikogebiete für die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ausgewiesen: den Landkreis Nordsachsen in Sachsen und den Stadtkreis Halle (Saale) in Sachsen-Anhalt. Damit sind nun insgesamt 185 Regionen in Deutschland als FSME-Risikogebiete eingestuft – fast die Hälfte aller deutschen Stadt- und Landkreise.
Die Entwicklung zeigt sich auch in den Erkrankungszahlen: Mit 693 gemeldeten FSME-Fällen im Jahr 2025 wurde der dritthöchste Wert seit Beginn der Erfassung erreicht. Besorgniserregend ist, dass die Impfquoten trotz der zunehmenden Gefahr stagnieren. Im Jahr 2024 waren nur 30 Prozent der Kinder und Jugendlichen sowie lediglich 19 Prozent der Erwachsenen in Risikogebieten geimpft.
Viele Gartenbesitzer unterschätzen die Gefahr, da Zecken nicht nur im Wald, sondern auch im eigenen Garten oder städtischen Parks lauern. Die kleinen Spinnentiere werden bereits bei Temperaturen um 5 bis 7 Grad Celsius aktiv – also oft schon im späten Winter oder frühen Frühjahr. Die milden Winter der letzten Jahre begünstigen diese frühe Aktivität.
Die Ständige Impfkommission empfiehlt die FSME-Impfung allen Personen, die in Risikogebieten leben oder dorthin reisen und mit Zecken in Kontakt kommen können. Wer seinen Impfschutz überprüfen lassen möchte, sollte dies am besten bereits in den Wintermonaten tun, um rechtzeitig für die Gartensaison geschützt zu sein.
FSME ist eine ernsthafte Erkrankung der Hirnhäute und des zentralen Nervensystems, die zu bleibenden Schäden wie Lähmungen oder Schluck- und Sprechstörungen führen kann. Etwa 90 Prozent der Betroffenen müssen stationär im Krankenhaus behandelt werden, und jede fünfte Erkrankung verläuft schwer. Die Krankheit ist nicht mit Medikamenten heilbar und kann in schweren Fällen tödlich enden.
Gartenfreunde sollten daher nicht nur an ihre Pflanzen und die Gartengestaltung denken, sondern auch an ihren persönlichen Schutz. Ein Check beim Hausarzt kann Klarheit über den eigenen Impfstatus bringen und gegebenenfalls Lücken im Impfschutz schließen.
(Bildrechte: Pfizer Pharma GmbH)