Lavendel, Rosmarin & Co.: Wie Sommerpflanzen zu Kraftquellen im Alltag werden

Im Sommer zieht es viele Menschen nach draußen, ob für eine Wanderung, einen Spaziergang oder nur für eine kleine Runde durch den Park. Dabei bleibt dabei allerdings häufig unbeachtet, was direkt am Wegesrand blüht. Lavendel, Rosmarin und Pfefferminze sind mehr als hübsche Sommerpflanzen – sie zählen seit Jahrhunderten zu den bewährten Helfern der Naturheilkunde. Die Aromatherapieexpertinnen und -experten von Primavera erklären, wie sich aus einem gewöhnlichen Spaziergang eine Quelle für mehr Gelassenheit, Energie und Wohlbefinden machen lässt.

Immer mehr Menschen entdecken den sogenannten Achtsamkeitsspaziergang für sich. Anders als beim klassischen Wandern stehen dabei nicht Strecke oder Tempo im Mittelpunkt, sondern das bewusste Wahrnehmen der Natur. „Wer langsamer geht, genauer hinsieht und Düfte bewusst erlebt, schenkt nicht nur seiner Umgebung mehr Aufmerksamkeit, sondern oft auch sich selbst. Heilpflanzen wie Lavendel, Rosmarin oder Pfefferminze laden dazu ein, für einen Moment innezuhalten, tief durchzuatmen und neue Kraft zu schöpfen“, sagt Aromatherapieexpertin Tamara Horak vom Allgäuer Hersteller.

Lavendel, botanisch Lavandula angustifolia, begegnet uns in Gärten, Parks und naturnahen Pflanzungen mit seinem lila Blütenmeer und verströmt seinen charakteristischen Duft bis weit in den August hinein. Seit Jahrhunderten gilt er als Symbol für Ruhe und Gelassenheit. Schon ein kleines Ritual genügt: Vor einer blühenden Pflanze stehen bleiben, die Augen schließen, tief einatmen und bewusst die Schultern sinken lassen. Oft reichen wenige Atemzüge, bis sich innere Anspannung löst. Zu Hause lässt sich das fortsetzen, etwa mit einer achtsamen Fußmassage am Abend, die den Übergang zwischen einem aktiven Tag und einer erholsamen Nacht erleichtert.

Rosmarin, botanisch Salvia rosmarinus, wächst an sonnigen Hängen und zwischen Trockenmauern, vor allem im Mittelmeerraum, wo er bei Wanderungen entlang schmaler Wege seinen würzig-frischen Duft verströmt. Wer einen Zweig vorsichtig zwischen den Fingern verreibt und den Duft bewusst wahrnimmt, verschafft sich eine kurze Pause, die hilft, den Kopf freizubekommen. Das ätherische Öl Rosmarin Cineol, das durch Wasserdampfdestillation der Zweige gewonnen wird, gilt als anregend und stärkend. Nach einer langen Wanderung sorgt ein kühlendes Fußbad mit einigen Tropfen einer passenden Duftmischung für neue Frische.

Pfefferminze, botanisch Mentha piperita, wächst an feuchten Bachläufen, in Kräutergärten oder an schattigen Wegesrändern. Ihre zartvioletten Blüten fallen erst auf den zweiten Blick auf, ihr frischer Duft dagegen ist unverwechselbar. Ein Minzblatt zwischen den Fingern verreiben, den Duft bewusst einatmen und drei ruhige Atemzüge nehmen: Damit richtet sich die Aufmerksamkeit wieder auf den gegenwärtigen Moment. In der Aromatherapie zählt Pfefferminze zu den Klassikern, denn ihr Öl wird wegen seiner kühlenden und konzentrationsfördernden Eigenschaften geschätzt. An heißen Sommertagen ist ein erfrischendes Körperspray aus zehn bis fünfzehn Tropfen Pfefferminze auf hundert Milliliter Pfefferminzwasser ein besonders wohltuender Begleiter.

Wer nach der Gartenarbeit oder einer Radtour selbst Hand anlegen möchte, findet in einer wohltuenden Einreibung eine einfache Möglichkeit, die regenerierenden Eigenschaften von Johanniskrautöl mit der belebenden Kraft ätherischer Öle zu verbinden. Dreißig Milliliter Johanniskrautöl, zwanzig Tropfen Cajeputöl sowie je fünf Tropfen Rosmarin und Lavendel fein werden in einer Braunglasflasche vermischt und zweimal täglich mit ruhigen, kreisenden Bewegungen auf beanspruchte Muskelpartien aufgetragen. Besonders wohltuend wirkt die Einreibung nach einem warmen Bad oder einer Dusche, wenn die Haut gut durchblutet ist. Sie eignet sich für Erwachsene und Jugendliche ab zwölf Jahren.

So lassen sich die Eindrücke eines Achtsamkeitsspaziergangs durch naturreine ätherische Öle in den Alltag übertragen. Ein paar bewusste Atemzüge, eine Fußmassage oder ein erfrischendes Körperspray reichen oft aus, um sich an das Gefühl eines Sommertages in der Natur zu erinnern. Dabei gilt wie bei allen Achtsamkeitsübungen: Es braucht keine besondere Ausrüstung und keine Vorkenntnisse. Nur etwas Zeit für sich selbst und die Bereitschaft, am Wegesrand einmal innezuhalten.

(Bildrechte: PRIMAVERA LIFE / Fotograf: Mathis Leicht Photography)